23. Tourismus

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DAS HABEN WIR ERREICHT

  • Tourismus als Wirtschaftsfaktor
    Der Tourismus in seiner gesamten Bandbreite nimmt in ganz Baden-Württemberg eine besondere Bedeutung ein und ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und Jobmotor in unserem Land. Das Jahr 2019 war das neunte Rekordjahr in Folge für die Anzahl der Ankünfte und Übernachtungen. Das Bruttoumsatzvolumen der Branche lag im Jahr 2019 bei 25,3 Milliarden Euro. Zudem hängen rund 380.000 rechnerische Vollzeitarbeitsplätze an der Branche. 
  • Sicherung der regionalen Wertschöpfung
    Als Querschnittsbranche hat der Tourismus für viele Regionen, Städte und Gemeinden des Landes auch eine strukturpolitische Bedeutung. Das gilt besonders für die Arbeitsplätze im Tourismus, weil sie nicht ins Ausland verlagert werden können. Vor allem für die ländlichen Räume in Baden-Württemberg ist das von Belang.
  • Flexibilisierung zwingend notwendig
    Eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft wird sein, dass auch künftig noch ausreichend Fachkräfte in der Tourismusbranche zur Verfügung stehen. Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen verstärkt an die Lebenswirklichkeit angepasst werden, wie die CDU-Landtagsfraktion dies mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit fordert. Das gilt vor allem für den Bereich der Gastronomie.
  • Aufstockung der Mittel im Bereich des TIP 
    Damit diese Erfolgsbilanz auch künftig anhält, sind Investitionen in Infrastruktur und Marketing unerlässlich. Das Tourismusinfrastrukturprogramm (TIP) ist ein wichtiger Baustein, um Nachhaltigkeit und Qualität, die touristische Entwicklung ländlicher Regionen und den Erholungs- und Freizeitwert von Tourismusinfrastruktureinrichtungen zu stärken. Damit werden unmittelbar Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen und die Wirtschaft vor Ort gestärkt. Das Programm ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Gesamtfinanzierung von kommunalen Tourismusprojekten. In der aktuellen Legislaturperiode ist es gelungen, erstmals seit Bestehen des Programms, über zehn Millionen Euro pro Jahr für die Kofinanzierung kommunaler Tourismuseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Seit 2016 konnte damit die Fördersumme insgesamt verdoppelt werden. 
  • Neue Tourismuskonzeption für das Land 
    Die neue Tourismuskonzeption wurde in dieser Legislaturperiode in einem bundesweit beispiellosen Beteiligungsprozess gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren im Land erarbeitet. Die Konzeption bildet den strategischen Rahmen für alle Akteursebenen in den kommenden Jahren und definiert wichtige Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen. Mit ihr sollen Analysen und Trends verdichtet werden, Schwerpunkte gesetzt und die zukünftige Ausrichtung der Tourismuspolitik sowie der im Tourismus Tätigen beschrieben werden. Denn wer im Wettbewerb der Reisedestinationen langfristig bestehen möchte, muss sich nicht nur im Produktangebot, sondern auch in seinen eigenen Service- und Organisationsstrukturen fortwährend anpassen.
  • Corona-Hilfen für die Tourismusbrache
    Um die Betriebe des Gastgewerbes im Kampf gegen die Corona-Folgen zu unterstützen, hat sich  die CDU-Fraktion mit Erfolg für das branchenbezogene Stabilisierungshilfeprogramm für Hotels und Gaststätten mit einem Volumen von 330 Millionen Euro stark gemacht. Mit einem weiteren  Programm im Umfang von 36 Millionen Euro stärken wir die kommunalen Heil- und Thermalbäder auf dem Weg durch die Krise und fördern wir Zukunftsinvestitionen der Tourismusbetriebe. Auch Unternehmen der Bustouristik haben maßgeschneiderte Hilfen erhalten.

DAS HABEN WIR VOR

  • Neues Investitionsprogramm 
    Wir wollen, dass die Tourismusbranche in unserem Land gestärkt aus der Corona-Krise hervorgeht, und fordern daher eine breit angelegte Qualitätsoffensive für den Tourismus in unserem Land mit Blick auf Innovationen und Investitionen. Wir setzen uns daher für die Einsetzung eines Programmes ein, welches betriebliche Zukunftsinvestitionen ermöglicht.
  • Fortentwicklung der Tourismuskonzeption 
    In Ergänzung zur neuen Tourismuskonzeption werden wir uns für eine stetige Anpassung und Weiterentwicklung der Branche für künftige Herausforderungen einsetzen. Wir wollen dazu beitragen, dass die Potenziale der Branche noch stärker genutzt werden – im Einklang mit den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, sozialer Verträglichkeit und ökologischer Verantwortung. Im Schwerpunkt einer politischen Rahmensetzung sehen wir dabei vor allem die drei Ebenen: 
    1. Weiterentwicklung der Qualität
    2. Bildung und Förderung neuer Netzwerke
    3. Hightech und Natur
  • Ausbau der touristischen Infrastruktur
    Um diese Ziele zu erreichen, zählt eine moderne, barrierefreie und nachhaltige Mobilität zu den Leitlinien unserer Tourismuspolitik. Wir wollen die Nutzung der vorhandenen öffentlichen Verkehrsangebote und die Erreichbarkeit unserer Tourismusdestinationen sukzessive an die sich wandelnden Entwicklungen anpassen.
  • Einheitliche Kriterienkataloge erarbeiten
    Zusammen mit den Fachverbänden wollen wir die Rahmenbedingungen für landesweite Qualitätskriterien setzen, von standardisierten Vermarktungskonzepten über Hygienestandards für unsere Kur-, Heil- und Freizeitbäder bis hin zu einheitlichen Buchungsportale für Gäste im In- und Ausland.
  • Chancen der Digitalisierung nutzen 
    Das Erleben unserer Natur und unserer Kulturlandschaften wollen wir auf allen Ebenen möglich machen und Qualität und Vielfalt in den Mittelpunkt rücken. Dazu wollen wir die Zukunftstechnologien für den Tourismus im Land einsetzen und die Voraussetzungen einer entsprechenden digitalen Infrastruktur schaffen.  

1. TOURISMUS – QUALITÄT ALS STÄRKE

Der Tourismus in seiner gesamten Bandbreite spielt als Leitökonomie in ganz Baden-Württemberg eine bedeutende Rolle. Egal ob Natur-, Kultur-, Aktiv- oder Erholungsurlauber – in Baden-Württemberg können alle auf ihre Kosten kommen. Baden-Württemberg ist nicht von ungefähr Reise- und Genießerland. Neben den Landschaften und Reisezielen wie der Bodenseeregion, dem Schwarzwald oder der Schwäbischen Alb trägt insbesondere auch der Städte- und Kulturtourismus zur Attraktivität Baden-Württembergs als Reiseziel bei. Die bewegte Geschichte der Landesteile hat reiche Kulturschätze hinterlassen. Auf insgesamt mehr als 50.000 Kilometern Wander- und Radfernwegen lassen sich das Land und seine Landschaft aktiv erleben. Der Tourismus ist nicht nur einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige im Land, sondern aufgrund seiner Vielschichtigkeit auch ein wichtiges Bindeglied zwischen Ökonomie und Ökologie sowie zwischen Stadt und Land. Mit jährlich über 57 Millionen Übernachtungen ist Baden-Württemberg das zweitwichtigste Reiseland in Deutschland.

Für uns gilt es, die Stärken unseres Landes im Hinblick auf unsere Landschaften, auf die touristischen Bereiche von Städtetourismus und Messen über das Naturerleben bis hin zu der Kultur und Kulinarik und den vielfältigen Gesundheitsangeboten der Heilbäder und Kurorte zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Bildung von wettbewerbsfähigen Destinationen und eine gemeinsame Tourismuswerbung im In- und Ausland sind dabei wichtige Ziele für das Tourismusland Baden-Württemberg. Die Unterstützung der verschiedenen Tourismuseinrichtungen, aber auch die Förderung neuer, innovativer und nachhaltiger Angebote ist dabei grundlegend. Mit den Tourismuszahlen 2019 konnte das neunte Mal in Folge ein Rekord vermeldet werden. Sowohl die Besucherzahlen als auch die Anzahl der Übernachtungen sind erneut gestiegen. Insgesamt nehmen besonders die Reisen im eigenen Land zu. Aber auch die Anzahl der ausländischen Gäste steigt seit einigen Jahren kontinuierlich. Inzwischen kommt jeder vierte Übernachtungsgast aus dem Ausland. Die Zahl der Gästeankünfte lag 2019 bei 23,3 Millionen, was einer Steigerung von 3,8 Prozent entspricht. Damit ist die Tourismusbranche ein zentraler Wirtschaftsfaktor und Jobmotor in unserem Land. Das Bruttoumsatzvolumen der Branche lag 2019 bei 25,3 Milliarden Euro. Zudem hängen rund 380.000 rechnerische Vollzeitarbeitsplätze an der Branche, welche damit einen wichtigen Beitrag zum Primäreinkommen leistet. Als Querschnittsbranche hat der Tourismus für viele Regionen, Städte und Gemeinden des Landes auch eine strukturpolitische Bedeutung. Das gilt besonders für die Arbeitsplätze im Tourismus, weil sie nicht ins Ausland verlagert werden können. Vor allem für die ländlichen Räume in Baden-Württemberg ist das von Belang. Dort hat die Branche eine hohe regionale und strukturelle Bedeutung. Die Kennzahlen machen deutlich, wie groß das Wachstumspotenzial in diesem Marktsegment noch ist. Entscheidend ist jetzt, den Tourismus im Land zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen.

Die CDU-Landtagsfraktion hat es sich zur Aufgabe gemacht, die herausragenden touristischen Besonderheiten unseres Landes zu erhalten und kontinuierlich fortzuentwickeln. Eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft wird sein, dass auch künftig noch ausreichend Fachkräfte in der Tourismusbranche zur Verfügung stehen. Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen verstärkt an die Lebenswirklichkeit angepasst werden, wie die CDU-Landtagsfraktion dies mit der Flexibilisierung der Arbeitszeit fordert. Das gilt vor allem für den Bereich der Gastronomie. Denn Baden-Württemberg ist auch die führende Feinschmeckerregion in Deutschland. Hier befinden sich 77 der insgesamt 340 deutschen Sternerestaurants.

Für die CDU-Landtagsfraktion spielt der Einklang von Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz eine zentrale Rolle in der Tourismuspolitik. Eine nachhaltige Landwirtschaft pflegt und erhält die Kulturlandschaft, der Naturschutz sorgt für artenreiche und abwechslungsreiche Naturräume. Der Tourismus im Land kann dann auf beiden Bereichen aufbauen und sie stärken. Zugleich kann die Tourismusbranche Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Nutzungsansprüchen sein. Unser Land ist bundesweit Vorreiter in Sachen nachhaltiger Tourismus. Als erstes Land hat Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren mit dem „Nachhaltigen Reiseziel“ die erste Zertifizierung für ganze Tourismusdestinationen eingeführt. Inzwischen sind sechs Destinationen im Land als „Nachhaltige Reiseziele“ zertifiziert. 

2. HAUSHALT UND PROJEKTE

Damit diese Erfolgsbilanz auch künftig anhält, sind Investitionen in Infrastruktur und Marketing unerlässlich. Das Tourismusinfrastrukturprogramm (TIP) ist ein wichtiger Baustein, um Nachhaltigkeit und Qualität, die touristische Entwicklung ländlicher Regionen und den Erholungs- und Freizeitwert von Tourismusinfrastruktureinrichtungen zu stärken. Damit werden unmittelbar Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen und die Wirtschaft vor Ort gestärkt. Das Programm ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Gesamtfinanzierung von kommunalen Tourismusprojekten. In der aktuellen Legislaturperiode ist es gelungen, erstmals seit Bestehen des Programms, über zehn Millionen Euro pro Jahr für die Kofinanzierung kommunaler Tourismuseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Seit 2016 konnte damit die Fördersumme insgesamt verdoppelt werden. In 2020 werden durch das Land insgesamt 29 kommunale Tourismusinfrastrukturprojekte gefördert, die Investitionen von knapp 37,4 Millionen Euro anstoßen. 

Uns als CDU-Landtagsfraktion ist es wichtig, dass auch in Zeiten der Corona-Pandemie langfristig in die Tourismusinfrastruktur investiert wird, um die Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusgemeinden nachhaltig zu sichern. Für uns sind die Kommunen ein zentraler Partner bei der touristischen Weiterentwicklung. Auch sie stärken wir mit diesem Programm. Durch das Tourismusinfrastrukturprogramm werden bauliche Investitionen, energetische Sanierungen und Modernisierungen öffentlicher Tourismuseinrichtungen gefördert, die für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Gesamtangebotes notwendig sind. Dabei beträgt der Zuschuss bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Tourismusentwicklung stärkt auch stets die regionale Identität. Mit dem Programm werden nicht nur Projekte gefördert, die den Touristen zugutekommen, sondern die auch für die Bevölkerung vor Ort einen echten Mehrwert haben. Insbesondere ländlich geprägte Regionen werden darin unterstützt, die Lebens- und Erlebnisqualität vor Ort weiter zu verbessern. 

Darüber hinaus betrachten wir unsere politische Aufgabe auch als Querschnittsaufgabe, deren Grundlage eine möglichst umfassende Bewertung und Betrachtung beinhaltet. Neben den klassischen Tourismusfördermitteln stellen wir aus diesem Grund auch zusätzliche Mittel über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) bereit. 

„Trommeln gehört zum Handwerk“ – die CDU-Landtagsfraktion sieht die Werbung für das Tourismusland Baden-Württemberg als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren an. Deshalb sind wir in den Haushaltsberatungen für eine Aufstockung der Mittel im Bereich Tourismusförderung eingetreten und haben diese auch durchgesetzt. Die landesweite Vermarktung Baden-Württembergs erfolgt über die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. Das Marketing baut auf den vier thematischen Säulen Natur, Kultur, Genuss und Wohlsein auf. Darüber hinaus unterstützt das Land die Arbeit des Tourismusmarketings auf Landes- und regionaler Ebene. Denn den Großteil der Vermarktung der touristischen Ziele im Land übernehmen die Tourismusverbände und ihre Marketingorganisationen. Die zusätzlichen Mittel im Bereich Tourismusförderung sind vorgesehen für die Durchführung landesweiter Werbemaßnahmen im In- und Ausland, ergänzende Zuschüsse für das Marketing von Heilbädern und Kurorten, die Förderung und Entwicklung wettbewerbsfähiger regionaler Tourismusorganisationen und Werbemaßnahmen, insbesondere zur Umsetzung von innovativen Modellprojekten aus der Tourismuskonzeption und dem Gutachten zur Fortentwicklung des Heilbäder- und Kurortewesens.

Eine gute gastronomische Infrastruktur – vor allem im ländlichen Raum – bildet das Rückgrat der Tourismuswirtschaft. Sie zu erhalten ist ein wichtiges Anliegen der CDU-Landtagsfraktion. Für uns heißt Strukturförderung, Lebensqualität erhalten und zu verbessern und die unterschiedlichen Bereiche gerade auch in den ländlichen Regionen zu vernetzen. Im Doppelhaushalt 2020/2021 ist es erstmals gelungen, eine Sonderlinie Gastronomie über das ELR einzustellen. Insgesamt 20 Millionen Euro sind für gastronomische Projekte vorgesehen. Die Sonderlinie unterstreicht damit die Bedeutung dieser Betriebe, oftmals auch für die elementare Grundversorgung. Zudem ist eine Erhöhung des Fördersatzes von bisher 20 auf 35 Prozent vorgesehen, wobei die Fördersumme maximal 200.000 Euro betragen kann. Damit sollen auf breiter Basis alle Träger der gastronomischen Grundversorgung bei Investitionen unterstützt werden. 

Darüber hinaus macht sich die CDU-Landtagsfraktion gezielt für die Förderung von Projekten mit Leuchtturmcharakter stark, wie beispielsweise für das Projekt „Natürlicher Dorfurlaub Schwarzwald (NaDu)“. Das Ziel hier ist es, Dörfer oder Ortsteile im ländlichen Raum als attraktiven Lebensraum zu gestalten und die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Potenziale vor Ort zu mobilisieren. Im Mittelpunkt des Projekts stehen Dörfer und ihre Kleinvermieter. Diese sollen unterstützt und dörfliche Strukturen besser in Wert gesetzt werden. Mit der Kampagne sollen die Dörfer wirtschaftlich gestärkt und zugleich eine zukunftsfähige Wohn-, Lebens- und Arbeitsqualität geschaffen werden. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist das für einige ländliche Regionen von Bedeutung. Das Projekt gilt als beispielgebender Ansatz für eine nachhaltige Tourismus- und Regionalentwicklung. Ebenfalls beispielgebend ist die durch die CDU-Landtagsfraktion unterstützte Kooperation des Landesmarketings mit dem Nahverkehrsanbieter bwegt. Ziel dieses Vorhabens ist es, Gäste ganz bewusst für Reiseziele in 

Baden-Württemberg anzusprechen und auf umweltfreundliche Formen der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aufmerksam zu machen. In einem weiteren Schritt soll ein Wettbewerb zwischen den Regionen ausgelobt werden, in dem ein besonders nachhaltiges Konzept zur Anreise und zur Mobilität vor Ort in den Mittelpunkt gestellt wird. 

Die CDU-Landtagsfraktion ist sich bewusst, dass Tourismus die Attraktivität unseres Landes steigert und Arbeitsplätze schafft. Insbesondere die ländlichen Räume brauchen aber Unterstützung durch das Land, um ihre touristischen Stärken besser vermarkten zu können. Wir setzen uns für die Förderung unterschiedlicher Tourismussegmente ein. Vor diesem Hintergrund bekennt sich die CDU-Landtagsfraktion auch zur Wintersportdestination Baden-Württemberg. Auch sie ist ein fester Bestandteil der touristischen Vielfalt unseres Landes. 

3. BÄDERLAND NUMMER 1

Baden-Württemberg gilt als Bäderland Nummer 1 in Deutschland. Im ganzen Land verteilt liegen 56 höher prädikatisierte Heilbäder und Kurorte. Insbesondere im Schwarzwald ist der Bädertourismus eine feste Größe. Darüber hinaus stärken weitere 62 Luftkurorte und 110 Erholungsorte das Tourismusland Baden-Württemberg. Die CDU-Landtagsfraktion sieht in den Staats- und Heilbädern des Landes – auch in denen in kommunaler Verantwortung – herausragende Vorbilder für den Kur- und Bädertourismus in Baden-Württemberg. Um auch künftig eine verlässliche und zukunftsorientierte Ausrichtung der Rahmenbedingungen zu schaffen, ist in dieser Legislaturperiode ein Gutachten zur „Fortentwicklung des Heilbäder- und Kurortewesens in Baden-Württemberg“ erstellt worden. Mit ihrer besonderen Infrastruktur sind Heilbäder und Kurorte eine wesentliche Stütze des ländlichen Raumes. Unser Ziel ist es, das Kur- und Bäderwesen im Land mit Blick auf die zunehmende Bedeutung des Gesundheitstourismus weiter zu stärken. Dazu zählt auch der Ausbau des Qualitätssiegels „Wellness Stars“. Die Wellness-Stars-Auszeichnung ist ein in Baden-Württemberg entwickeltes und bewährtes Qualitätssiegel für unabhängig geprüfte Qualität und Sicherheit im Wellness-Bereich. Zudem konnten wir in dieser Legislaturperiode das Kurorte-Gesetz, welches im Wesentlichen die Merkmale eines Kur- und Erholungsortes, das Anerkennungsverfahren sowie eine kontinuierliche Qualitätssicherung definiert, novellieren. Um der Qualitätssicherung nachzukommen, die mit der staatlichen Anerkennung erfolgt, ist in der Neufassung die Möglichkeit der Anerkennung mit Auflagen vorgesehen. Auch ist künftig standardmäßig eine Überprüfung der Anerkennungsvoraussetzungen alle zehn Jahre vorgesehen. Prädikate und das staatlich verantworte Prädikatisierungsverfahren sind aus Gästesicht von hoher Bedeutung und besonderer Relevanz für eigene Auswahlentscheidungen. Um auch in Zukunft von einer vielfältigen Kurorte- und Heilbäderlandschaft zu profitieren, wird sich die CDU-Landtagsfraktion für die gezielte Stärkung des Gesundheitstourismus einsetzen. 

Dazu zählen unter anderem auch die eigenständige Profilbildung und Spezialisierung, eine glaubwürdige Qualitätsorientierung und ein professionelles Netzwerk zwischen Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Wir wollen diese besonderen Einrichtungen, die bereits bisher unter Beteiligung des Landes betrieben werden, in ihrer jetzigen Trägerstruktur erhalten und stehen zu einer weiterhin verlässlichen Unterstützung der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Württemberg, des Staatsbades Bad Wildbad, der Badenweiler Thermen und Touristik sowie der Kurverwaltung Bad Mergentheim ebenso wie der Heilbäder in kommunaler Trägerschaft. 

Ein wichtiges Ziel der CDU-Landtagsfraktion in diesem Zusammenhang war es auch, eine deutliche Herausstellung des Prädikats als staatliches Qualitätssiegel zu erreichen. Denn für rund 70 Prozent der Gäste ist das jeweilige Prädikat entscheidend bei der Auswahl der Destination. Dazu soll das Prädikat künftig umfassender und präsenter an Gäste und Einwohnerinnen und Einwohner gleichermaßen kommuniziert werden, die staatlich anerkannten Prädikate sollen auf den Ortstafeln an allen Ortseingängen sichtbar platziert werden. Denn die Ortsschilder gelten als Visitenkarte der Gemeinde. Auf Initiative der CDU-Landtagsfraktion ist es gelungen, dass Kurorte die Ortstafeln um das nach dem Gesetz über die Anerkennung von Kurorten und Erholungsorten anerkannte sogenannte Prädikat ergänzen können und die kommunalrechtliche Zusatzbezeichnung auf den Weg zu bringen. Seit Februar 2020 tragen 38 der höher prädikatisierten Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg das Prädikat im Ortsschild mit. 

4. TOURISMUSKONZEPTION

Der Tourismus ist eine Leitökonomie für Baden-Württemberg, und Investitionen in den Tourismus stärken die Wirtschaftskraft im Land. Die Branche hat eine große wirtschaftliche Bedeutung, sichert viele nicht exportierbare Arbeitsplätze und unterstützt die Regionalentwicklung im ländlichen Raum. 

Das Land wird als attraktives Ziel für Urlaub und Ausflüge sowie Geschäftsreisen geschätzt. Dennoch sind die Akteurinnen und Akteure in der Tourismuswirtschaft gefordert, sich neuen Themen und Veränderungsprozessen zu stellen – von der Digitalisierung über den demografischen Wandel bis hin zu sich verändernden Gästewünschen. Vor diesem Hintergrund wurde die Tourismuskonzeption in einem breit angelegten Beteiligungsprozess mit allen im Tourismus Aktiven erarbeitet. Die Konzeption bildet den strategischen Rahmen für alle Akteursebenen in den kommenden Jahren und definiert wichtige Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen. Mit ihr sollen Analysen und Trends verdichtet werden, Schwerpunkte gesetzt und die zukünftige Ausrichtung der Tourismuspolitik sowie der im Tourismus Tätigen beschrieben werden. Denn wer im Wettbewerb der Reisedestinationen langfristig bestehen möchte, muss sich nicht nur im Produktangebot, sondern auch in seinen eigenen Service- und Organisationsstrukturen fortwährend anpassen. Zwar ist die Tourismusentwicklung in den vergangenen Jahren sehr positiv, die Tourismuswirtschaft befindet sich aber weiterhin in einem extrem dynamischen Wettbewerbsumfeld und muss sich den Trends und gesellschaftlichen Entwicklungen ebenso anpassen wie dies andernorts der Fall ist. 

Die Tourismuskonzeption zeigt in acht strategischen Handlungsfeldern auf, wie den anstehenden Herausforderungen für die Tourismusbranche begegnet werden kann.
Diese sind:

  1. Markenlandschaft und zielgruppenorientiertes Themenmarketing
    Das Tourismusmarketing auf Landesebene muss sich fokussieren, um größere Wirkung zu erzielen
  2. Optimierung der Organisationsstrukturen und Ausschöpfung der Finanzierungsmöglichkeiten
    Hier müssen künftig Strukturen und Aufgabenverteilung geschärft werden und die Landesmarketingorganisation muss gestärkt werden
  3. Förderung des Tourismusbewusstseins
    Zielgruppen und Profiteure tourismusbezogener Maßnahmen sind nicht nur Besucher, sondern auch die Gesamtheit der Bevölkerung und des Gewerbes vor Ort
  4. Stärkung des Gastgewerbes
  5. Strategische Weiterentwicklung der Freizeit- und Tourismusinfrastruktur
  6. Digitalisierung – Anpassung an den Wandel
    Im Vordergrund müssen die Sensibilisierung, Qualifizierung und Weiterbildung der Tourismusbeteiligten stehen
  7. Grundprinzipien für alle Handlungsfelder: Qualität, Nachhaltigkeit, Tourismus für alle und Innovation
    Dazu zählt auch die Berücksichtigung der Bedürfnisse des barrierefreien Tourismus in sämtlichen Handlungsfeldern
  8. Begleitendes Umsetzungsmanagement
    Zur Umsetzung der Tourismuskonzeption ist ein Umsetzungsmanagement eingerichtet worden

Baden-Württemberg ist ein sehr heterogenes Reiseziel. Die Tourismuswerbung in Baden-Württemberg muss dieser Vielfalt Rechnung tragen und sie auch hervorheben. Mit der Tourismuskonzeption wird auch das Verständnis von Marken im Tourismus präzisiert und das Verhältnis von Baden-Württemberg als Herkunftsmarke zu den starken touristischen Marken im Land geregelt. Im Bereich Marke und Marketing setzt sich die CDU-Landtagsfraktion dafür ein, dass eine Schärfung und Feinjustierung von Schwerpunktthemen und Zielgruppen vorgenommen werden. Das führt zu einem konzentrierteren und damit effektiveren Einsatz der verfügbaren Mittel. Wir setzen uns auch für die Konzentration auf starke Einzelmarken sowie die Bildung und Unterstützung von wettbewerbsfähigen Destinationen und eine gemeinsame Tourismuswerbung in In- und Ausland ein. Diese können von überregional agierenden Produktmarken auf Landesebene ergänzt werden. Auch das Gastgewerbe wird in die Konzeption eingebunden, denn es nimmt im Tourismus die Funktion eines Aushängeschildes ein. In einigen ländlich geprägten Regionen ist die Zahl der Gastronomiebetriebe stark zurückgegangen. Zum Teil gibt es regional erhebliche Probleme mit einer angemessenen gastronomischen Grundversorgung der Gäste. Problematisch ist auch, dass der Mangel an Nachwuchs- und Fachkräften vor allem Betriebe in strukturschwachen Gebieten benachteiligt. 

Durch den Einsatz der CDU-Landtagsfraktion in den Haushaltsberatungen ist es gelungen, im ELR die Sonderlinie Dorfgastronomie einzurichten (s. Haushalt und Projekte). Ein weiteres Augenmerk wird auf den Ausbau der touristischen Infrastruktur gelegt, welcher kontinuierlich erfolgen muss. Hier handelt es sich um eine strukturelle Daueraufgabe. Künftig ist eine Förderung von Einrichtungen anzustreben, die sich auf die strategischen Themen der Tourismuskonzeption konzentrieren. 

5. FOLGEN DER COVID-19- PANDEMIE IM BEREICH TOURISMUS

Im März 2020 wurde aufgrund der global um sich greifenden Corona-Pandemie und der Maßnahmen zu deren Eindämmung die seit 2010 andauernde Erfolgsserie in der Tourismuswirtschaft in Baden-Württemberg abrupt unterbrochen. Die Pandemie hat alle Landkreise gleichermaßen erfasst und für die Beherbergungsbetriebe eine starke Verschlechterung der Ertragslage mit sich gebracht.  Nach langen Wochen der Schließung konnte die Speisegastronomie im Land Mitte Mai unter strengen Auflagen wieder öffnen. Gleiches gilt für Hotel- und Beherbergungsbetriebe seit Ende Mai. Dennoch ist die Not vieler Betriebe groß, die drastischen Umsatzrückgänge der vergangenen Monate werden viele Betriebe nicht ausgleichen können, zumal durch die Abstandsregeln Einschränkungen weiterhin Bestand haben. Die CDU-Landtagsfraktion hat sich deshalb vehement für ein branchenspezifisches Hilfsprogramm für Hotellerie und Gastronomie gegen den Widerstand des grünen Koalitionspartners eingesetzt. Die Krise hat die Bedeutung der Branche für das gesellschaftliche Leben und deren Strukturen, vor allem in den ländlichen Räumen, noch einmal klar aufgezeigt. Kein anderer Wirtschaftszweig hat solche engen und vielfältigen Verflechtungen, von der Landwirtschaft über das Handwerk, den öffentlichen Nahverkehr bis hin zu zahlreichen Infrastrukturangeboten. Deshalb war es für die CDU-Landtagsfraktion essenziell, den Weg für eine zielgerichtete und schnelle Unterstützung frei zu machen. Nur so können die Wertschöpfung und die zahlreichen Arbeitsplätze vor Ort erhalten werden. Bis zu Beginn der Corona-Krise verzeichnete der Tourismus in Baden-Württemberg neun Rekordjahre in Folge. 

Rund 380.000 Arbeitsplätze hängen von ihm ab, das Bruttoumsatzvolumen lag im vergangenen Jahr bei mehr als 25 Milliarden Euro. Das Ziel der CDU-Landtagsfraktion ist es daher, die Tourismuswirtschaft so passgenau zu stärken, dass die Branche auch weiterhin die wirtschaftliche Stütze für unser Land ist, wie sie es vor der Krise war. Mit der Mischung aus einer Basisförderung für jedes Unternehmen und einem Förderbetrag pro Mitarbeiter auf der Basis von Vollzeitäquivalenten will die CDU-Landtagsfraktion die Hotellerie und Gastronomie finanziell unterstützen. 

Zudem ist auf Bundesebene auch auf unser Betreiben hin die Absenkung der Mehrwertsteuer beschlossen worden. Vorübergehend wird der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 7 Prozent abgesenkt. Das soll das Gastronomiegewerbe in der Zeit der Wiedereröffnung unterstützen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Beschränkungen mildern. Die Regelung gilt ab dem 1. Juli 2020 und ist zunächst bis zum 30. Juni 2021 befristet. Zudem wurde ein weiteres Konjunkturpaket auf den Weg gebracht, das eine weitere, befristete Senkung der Mehrwertsteuer für den Zeitraum 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020 vorsieht. Für die Gastronomie gilt in diesen sechs Monaten der ermäßigte Steuersatz von fünf Prozent. Die CDU-Landtagsfraktion hat sich schon lange für eine Vereinheitlichung des Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie starkgemacht. Für die Fraktion war es eine längst überfällige Entscheidung im Bund, um die Wertschätzung für das Gastgewerbe zum Ausdruck zu bringen. 

Als weitere Unterstützung für die Branche wirbt das Land Baden-Württemberg mit einer groß angelegten Kampagne durch die Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) gemeinsam mit den regionalen Destinationsmanagementorganisationen in diesem Sommer für Urlaub im eigenen Land. In den Fokus der Marketingaktivitäten rücken die Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger selbst. Das Gesamtbudget liegt bei 750.000 Euro und damit höher als jemals zuvor für Urlaubswerbung fürs eigene Land. Nach einer ersten Anzeigenkampagne und digitalen Werbemaßnahmen werben inzwischen Plakate auf Großflächen und Litfaßsäulen an mehr als 2.300 Standorten in 22 Städten für einen Urlaub daheim. Unter dem Motto „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ setzt die Kampagne inhaltlich auf vertraute Urlaubsalternativen. Bildstarke Motive aus dem Schwarzwald, vom Bodensee und aus anderen Landesteilen sollen Nahziele als attraktive Urlaubsorte stärker ins Bewusstsein bringen. Zuvor wurde bereits die von allen 16 Bundesländern gemeinsam getragene Initiative „Entdecke Deutschland“ ins Leben gerufen, die auch im Fokus einer nationalen Kampagne der Deutschen Bahn steht.

Unsere Ziele für das Tourismusland Baden-Württemberg:

  • Verstärkte Bildung und Unterstützung von wettbewerbsfähigen Destinationen und eine gemeinsame Tourismuswerbung in In- und Ausland
  • Unterstützung der verschiedenen Tourismuseinrichtungen in ihrer Entwicklung hin zu einer größeren Wettbewerbsfähigkeit sowie Förderung innovativer und nachhaltiger Ansätze
  • Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen naturschutzrechtlichen Anforderungen und den Interessen der Tourismuswirtschaft
  • Staats- und Heilbäder in ihrer jetzigen Förderstruktur erhalten
  • Effiziente Werbung, die dem großen touristischen Angebot in Baden-Württemberg Rechnung trägt
  • Unterstützung und Förderung touristischer Angebote, die insbesondere den Tourismus für alle fördern