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09.11.2017

Wolfspopulation auf einem stabilen, den Lebensraumbedingungen angepassten Niveau halten

Jagdpolitischer Sprecher Manuel Hagel MdL am 09.11.2017 in der aktuellen Debatte des Landtags zum Thema "Der Wolf in Baden-Württemberg":

Zum Video der Rede

"Dem Wolf wurden in Deutschland Dutzende, wahrscheinlich Hunderte kleine Denkmäler in Form sogenannter Wolfssteine erstellt. Zumeist zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert errichtet, zeigen sie stolz die Erfolge bei der Jagd und, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, der Ausrottung dieses Raubtiers.

Allein die Anzahl dieser Denkmäler zeigt, welch einschneidende Erfahrung und welch wichtiges Ereignis die schrittweise Ausrottung des Wolfs für die Menschen der damaligen Zeit in unserem Land war. Der Wolf galt als stete Gefahr für Leib und Leben, und, was noch wichtiger war, er gefährdete das Vieh, die Lebensgrundlage vieler Menschen.

Heute, im Zuge der Rückkehr des Wolfs nach Deutschland und Baden-Württemberg, sorgt er wieder für Aufsehen und höchst erstaunliche Reaktionen. Allerdings könnten diese im Vergleich zum damaligen Handeln kaum unterschiedlicher sein. Statt Angst und dem Bestreben nach Ausrottung greift eine Wolfsverklärung sondersgleichen um sich. Kollege Raimund Haser hat bei der letzten Debatte das „Phänomen Kurti“ und dessen Wirkung auf die Öffentlichkeit wunderbar beschrieben. Der BUND begrüßt ausdrücklich und bei jeder sich bietenden Gelegenheit die flächendeckende Präsenz des Wolfs in Baden-Württemberg oder vielmehr den Wunsch nach dieser. Der NABU titelt auf seiner Homepage gar:

„Ahuuu, willkommen Wolf!“ und wirbt zugleich um Spender, Wolfsbotschafter oder dafür, Wolfspate zu werden. Schließlich verliert sich auch Kollegin Rolland von der SPD vollends im Pathos, indem sie am 20. Juli in diesem Hause verkündete – Frau Präsidentin, ich zitiere –:

Die SPD-Fraktion sagt sehr deutlich: Willkommen Wolf. Auf unserer Erde ist Platz. Gebetsmühlenartig wird erklärt, dass es sich nicht um den bösen, um den wilden Wolf aus Grimms Märchen handle, sondern um ein missverstandenes Tier, das das Recht, vielleicht sogar die Pflicht hat, in unserer Kulturlandschaft unbehelligt leben zu dürfen oder gar zu müssen. Bisweilen hat man fast den Eindruck, beim Wolf handle es sich um einen etwas größeren, unerzogenen Hund, der mit Welpenblick um die Ansiedlung in Baden-Württemberg bettelt. Vielleicht ist es ein Phänomen ideologischer Debatten, dass man am Ende eben nur noch schwarz-weiß zu sehen glaubt und die Fakten der Ideologie weichen. Aber glauben Sie mir, meine Damen und Herren: Wenn der erste Wolf im Vorgarten des Einfamilienhauses am Waldrand im Odenwald, auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald steht und die vierköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern durch die Panoramascheibe im Wohnzimmer schaut, dann ändert sich die Wahrnehmung des lieben und gutmütigen Wildtiers sehr schnell, weil aus einer romantischen Erwartung plötzlich konkrete Realität wird."