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08.11.2019

Raimund Haser: "Kein Rektor in Baden-Württemberg verdient weniger als A13!"

Unser stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreis Bildung, Raimund Haser, betont die Bedeutung von kleinen Grundschulen. Er fordert eine bessere Bezahlung für alle Grundschulrektoren.

Warum soll der Rektor einer Grundschule mit 42 Schülern künftig nach A13 bezahlt werden, sein Kollege im Ort nebenan mit 38 Schülern hingegen verbleibt bei A12 plus Zulage? Eine solch künstliche, ja beinahe symbolische Trennung kann man nur wollen, wenn man kleine Grundschulen per se in Frage stellt. Die Folge wäre nämlich, dass es noch schwerer fiele, Rektorenstellen zu besetzen. Von der unguten Konkurrenz untereinander ganz zu schweigen. Ich stelle weder die Qualität, noch den Wert für die Gesellschaft dieser kleinen Schulen in Frage, im Gegenteil: Gerade kleine Schulen sind ein positiver, kollegialer Ort gemeinsamen Lernens, ein Ort der Begegnung – auch und gerade für Familien, ein Fundus an Kindern, die später als Jugendliche und Erwachsene gemeinsam das gestalten, was man „Dorfleben“ nennt. 

Ich kämpfe deshalb vom ersten Tag an für diese Schulen, weil ich viele davon kenne, und weil ich weiß, was die Rektorinnen und Rektoren dort Herausragendes leisten. Als Abgeordneter im Ländlichen Raum, aber auch als stellvertretender Vorsitzender des AK Bildung der CDU weiß ich meine Fraktion hinter mir, wenn ich unseren Koalitionspartner die Grünen dazu auffordere, im Zuge der Haushaltsberatungen dieser fatalen Signalwirkung entgegenzutreten und gemeinsam für eine einfache Botschaft zu kämpfen: Kein Rektor in Baden-Württemberg verdient weniger als A13.

Das gesamte Schulleiter-Stärkungspaket ist ein Meilenstein in der Geschichte dieses Landes. Wir stärken Leitungszeit und zahlen mehr für einen Großteil unserer Rektoren. Wir sind davon überzeugt, dass Führung belohnt werden muss, sonst will sie am Ende keiner mehr übernehmen. Soll es nun, wo wir fast am Ende des Prozesses sind – die Kabinettsvorlage wird beiden Fraktionen kommende Woche noch einmal vorgelegt – wegen 420.000 Euro jährlich mehr für die rund 100 kleinsten Schulen des Landes zu einem politischen Symbol gegen den Erhalt kleiner Grundschulen werden? 

Selbst wenn die Zahl 40 offenbar ein Kompromiss auf Regierungsebene war – wir wissen ja, dass auch Bildungsministerin Dr. Susanne Eisenmann hinter den kleinen Grundschulen insbesondere im Ländlichen Raum steht – heißt das noch lange nicht, dass wir Parlamentarier diesen Kompromiss mittragen müssen. Auch viele Abgeordnete der Grünen haben schließlich kleine Schulen in ihren Wahlkreisen – ich kann mir gut vorstellen, dass wir eine Mehrheit bekommen, die entweder eine Veränderung der Kabinettsvorlage in diesem Punkt oder im Nachhinein eine Aufstockung der Haushaltsposition im parlamentarischen Verfahren zur Folge hat.

Bereits im Januar in meiner Plenarrede zu diesem Thema, wie auch im jüngsten Bildungsausschuss habe ich für die CDU-Fraktion unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass wir die Kabinettsvorlage zur Schulleiterstärkung mittragen, dass wir im Zuge der Haushaltsberatungen die Debatte über die Schulen unter 40 Schüler aber noch einmal aufrufen möchten. Jetzt ist also der Zeitpunkt gekommen, wo die Parlamentarier Farbe bekennen müssen. Mir ist die Qualität auch an kleinen Schulen die Summe von 420.000 Euro jährlich wert. Mehr noch geht es mir aber auch um die politische Botschaft, die dahintersteht: Alle Rektoren, auch die an kleinen Grundschulen, sind ein wichtiger Baustein unserer Bildungsarchitektur.