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Klaus Burger MdL
23.03.2022

Prioritäten bei der Landnutzung richtig setzen

„Die Nahrungsmittelproduktion muss absolute Priorität haben“, das machte Klaus Burger als agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der heutigen Plenardebatte unmissverständlich deutlich.

Landwirtschaft sei nicht „Landlust“ und Folklore, sondern einer der strategisch wichtigsten Sektoren in der Politik, der nicht zum ideologischen Spielball werden dürfe.

Nicht zuletzt Putins Angriffskrieg habe gezeigt, wie verletzlich Lieferketten sind, und wohin Abhängigkeiten führen können. Zwar sei die Ernährungssicherung im eigenen Land trotz eines seit Jahren sinkenden Selbstversorgungsgrads bei vielen Produkten nicht gefährdet. Doch erinnerte Burger an die europäische Wertecharta und mahnte an, Länder des Nahen und Mittleren Ostens und in Nordafrika nicht sehenden Auges in eine Hungerkrise laufen zu lassen. Diese Länder sind stark vom Import von Brotgetreide aus Russland und der Ukraine, die zuletzt ein Drittel der weltweiten Getreideexporte erzeugten, abhängig. Dass die Getreideernte in diesen beiden Ländern in diesem Jahr einbrechen wird, sei nicht nur wahrscheinlich, sondern leider so gut wie sicher.

Putin bringe Verwüstung und Tod mit Panzern und Raketen und setzt ganz bewusst auch den Hunger als Waffe ein. In dieser Krisensituation dürfe es keine Denkverbote geben. Haben Deutschland und die Europäische Union den ausbleibenden Getreidelieferungen und explodierenden Preise, wie sie sich heute schon abzeichnen, nichts entgegenzusetzen, dann dürfte es zu weiteren Fluchtbewegungen vor allem im arabischen und nordafrikanischen Raum kommen.

Gleichzeitig warnt Klaus Burger jedoch davor, die gesamte Neuausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) zu verwerfen. Der Ansatz mit mehr Marktorientierung bei gleichzeitig höherem Umweltniveau sei richtig. In vielen Diskussionen würden jedoch aus Sicht der CDU falsche „Entweder-oder-Alternativen“ aufgestellt. Der bessere Weg sei sowohl mit Blick auf den Klimaschutz als auch auf die Biodiversität ein integriertes Denken und Handeln. So habe zum Beispiel noch kein Befürworter der Flächenstilllegung erklären können, wie dadurch CO2 gebunden werde. Dagegen sei die CO2-Bindung durch gezielten Humusaufbau bei einer entsprechenden Landbewirtschaftung durchaus möglich.

Auch für die Biodiversität sieht Burger in einfach sich selbst überlassenen Ackerflächen keinen Gewinn. Vielmehr bräuchte es prozessintegrierte Maßnahmen und „ökologische Tankstellen“ wie Blühstreifen oder Hecken an den richtigen Stellen. Fruchtbare, ertragreiche Böden, von denen es in Deutschland zum Glück viele gibt, müssten unbedingt wieder mehr Wertschätzung erfahren und wo immer möglich, landwirtschaftlich genutzt werden. Ein zukunftsfähiger Ansatz sei hier statt Freiflächen-PV mit starker Nutzungseinschränkungen für die Landwirtschaft eine hybride Landnutzung wie zum Beispiel die Agri-Photovoltaik in Sonderkulturen.