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08.04.2020

Gentges: Unterstützung für Studierende in der Corona-Krise

Schon allein die Tatsache, dass zahlreiche Studierende aufgrund von verschobenen Prüfungen ihr Studium nicht - wie geplant - im Wintersemester 2019/2020 abschließen können, zieht eine Reihe von Folgeproblemen für die Studierenden nach sich. Deshalb setzt sich unsere Wissenschaftsexpertin Marion Gentges für mehrere Maßnahmen ein.

In den vergangenen Tagen haben sich zahlreiche Studierende mit verschiedensten Anliegen, die die Fortsetzung ihres Studiums betreffen, an uns gewandt. Die Verunsicherung aufgrund der aktuellen Situation ist offensichtlich groß. 

Schon allein die Tatsache, dass zahlreiche Studierende aufgrund von verschobenen Prüfungen ihr Studium nicht - wie geplant - im Wintersemester 2019/2020 abschließen können, zieht eine Reihe von Folgeproblemen für die Studierenden nach sich. Deshalb setzen wir uns, im Interesse der Studierenden in Baden-Württemberg, für folgende Maßnahmen ein:

Zinslose Überbrückungskredite

  • Um akute Notlagen zu überbrücken, sollte die KfW-Förderbank zeitlich befristete zinslose Überbrückungskredite für Studierende anbieten. Der Umfang und die Rückzahlungsmodalitäten können sich an dem regulären Studienkredit der KfW orientieren.

BAföG-Fristen, Altersgrenzen, Regelstudienzeit und Prüfungsansprüche verlängern

  • Bezüglich der BAföG-Förderung sollte die Regelstudienzeit um ein Semester verlängert werden. Zudem sollte entsprechend auch die BAföG-Förderhöchstdauer angepasst werden. Eine Corona-bedingte Verlängerung des Studiums sollte für die Studierenden nicht mit Nachteilen verbunden sein. Wichtig ist hier insbesondere, dass Studierende ihren Prüfungsanspruch nicht verlieren, wenn durch die Verschiebung von Prüfungen Fristen überschritten werden.
  • Beim Freiversuch von Jurastudierenden für das Staatsexamen sollte die Verlängerung der Regelstudienzeit berücksichtigt werden. 

Medizinstudium: Gewährleistung angemessener Vorbereitungszeit und Anerkennung freiwilliger Tätigkeit 

  • Beim Medizinstudium muss eine angemessene Vorbereitungszeit für die Staatsexamina gewährleistet sein, um es den Studierenden zu ermöglichen, die umfangreichen Examensinhalte zu bewältigen.
  • Medizinstudierende, die auf freiwilliger Basis in Krankenhäusern und Universitätskliniken unterstützend tätig werden, leisten einen wichtigen Beitrag bei der Bewältigung der aktuellen Krise. In diesem Zusammenhang sollte geprüft werden, inwieweit die freiwillige Arbeit als Pflegepraktikum und/oder Famulatur anerkannt werden kann. 

Soziale Verantwortung der Hochschulen und der Studierendenwerke 

  • Es sollte ausgeschlossen sein, dass Hochschulen aufgrund der Corona-Krise Anstellungsverhältnisse von Wissenschaftlichen Mitarbeitern oder Studentischen Hilfskräften außerplanmäßig beenden. 

Digitale Lehrformate 

  • Die aktuelle Situation macht deutlich, wie wichtig es ist, digitale Lehrformate weiter zu entwickeln und auszubauen. Sie können analoge Formate nicht nur sinnvoll ergänzen, sondern auch helfen, in einer Situation wie der jetzigen den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten. 

Wichtig ist uns, dass bei allen Maßnahmen, die aktuell im Rahmen der Krisenbewältigung ergriffen werden, das exzellente Niveau von Forschung und Lehre in Baden-Württemberg nicht abgesenkt wird. Wissenschaft und Forschung sind der Garant für eine erfolgreiche Zukunft des Landes im Anschluss an die Bewältigung der Corona-Pandemie. Die aktuelle Krise darf kein Auslöser für Entscheidungen sein, die sich auf die Wissenschaftslandschaft in Baden-Württemberg langfristig negativ auswirken würden.