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01.06.2022

Edle Tropfen aus alten Sorten - genießen und damit unsere Kulturlandschaft schützen

Viel Interessantes rund um alte Obstsorten und modernste Technik zur Veredelung dieser Früchte lernte der Arbeitskreis Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz bei seinem Besuch in der Manufaktur Jörg Geiger in Schlat kennen.

Es war beeindruckend zu sehen und zu schmecken, wie hier aus alten schwäbischen Obstsorten wie bspw. der Champagner Bratbirne, der Gaishirtles Birne oder der fast vergessenen Grünen Jagdbirne unter Einsatz von mehr als 200 Gewürzen, 70 Kräutern und 20 Blüten Schaumweine und andere Getränke mit ganz besonderer Geschmacksnote hergestellt werden. 

Das freut nicht nur den Gaumen, sondern auch die Natur. Denn die Manufaktur Jörg Geiger verwendet ausschließlich Früchte, die von zertifizierten Grundstücken der Initiative Schwäbisches Wiesenobst stammen. Die Mitgliedsfamilien erhalten für ihr Obst einen höheren Aus-zahlungspreis, gleichzeitig müssen die Früchte aber auch den Qualitätsanforderungen genügen. Denn aus minderwertiger Ware lässt sich kein hochwertiges Produkt herstellen.

In der Verarbeitung werden weder künstliche Aromen noch Konservierungs- oder Säuerungsmittel eingesetzt. So ist der Genuss der hochwertigen und gesunden Wiesenobst-Produkte nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Erhalt alter Obstsorten und der Artenvielfalt, sondern auch für unsere einzigartige Kulturlandschaft. 

Der innovative Unternehmer, der Schlecht-Wetter-Ereignisse wie Hagelschäden oder Hitzesommer für neue Produktkreationen nützt, ist überzeugt davon, dass der Erhalt der baden-württembergischen Streuobstwiesen nicht allein durch die Produktion und Vermarktung von herkömmlichem Saft zu bewerkstelligen sein wird. Dafür brauche es mehr Anreize. Insbesondere mit Blick auf die Baumschnittprämie und die Auslegung der festgelegten Hochstammgröße von 1,40 m regte Jörg Geiger an, verschiedene Förderprogramme nochmals zu überarbeiten und weiterzuentwickeln, um dem eigentlichen Ziel der nachhaltigen Bewirtschaftung und dem Erhalt der Kulturlandschaft wieder näher zu kommen.

Der Bestand an Streuobstwiesen in Baden-Württemberg ist seit Jahren rückläufig und beträgt derzeit noch ca. 80.000 ha. Während ihre Bedeutung für den Menschen als Nahrungs-quelle im Laufe der Jahre beständig abnahm und damit auch ihr wirtschaftlicher Wert sank, ist diese besondere Landschaftsform als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten weiter unersetzlich.