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12.03.2020

Dialogforum Medien- und Filmstandort Baden-Württemberg: Chancen und Perspektiven für das neue Jahrzehnt

Wie ist es um den Film- und Medienstandort Baden-Württemberg bestellt? Wie kann unsere Medienlandschaft vom globalen medialen Boom profitieren? Was kann die Politik tun, um die Kreativbranche im Wettbewerb zu stärken? Das haben wir bei unserem Dialogforum am Dienstag (10. März) diskutiert.

Unserer Einladung zum Dialogforum „Medien- und Filmstandort Baden-Württemberg, Chancen und Perspektiven für das neue Jahrzehnt“ folgten namhafte Experten wie Dr. Christoph E. Palmer, CEO der Allianz Deutscher Produzenten – Film und Fernsehen e.V., Prof. Urlich Wenegast, Künstlerischer Geschäftsführer der Film- und Medienfestival gGmbH und des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart, Clemens Bratzler, Programmdirektor Information des SWR, Prof Carl Bergengruen, Geschäftsführer der MFG Filmförderung Baden-Württemberg. Moderiert wurde der Abend von Raimund Haser, unserem medienpolitischen Sprecher.

In seiner Begrüßung unterstrich unser Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Reinhart deutlich, die rasant zunehmende Bedeutung der Medien- und Kreativwirtschaft und betonte die Verantwortung der Politik, trotz ihrer oft langen Entscheidungsprozesse Schritt zu halten. Reinhart erinnerte an die vor 100 Jahren zum ersten Mal ausgestrahlte Radioübertragung der damaligen deutschen Reichspost, die den Beginn einer massenmedialen Revolution einläutete, die im Grunde bis heute andauert und sich weiter verstärkt.

Reinhart verwies auf die Erfolge der Vergangenheit, wie der Zusammenschluss des SWR oder die Gründung der MFG, betont jedoch, Medienpolitik sei dennoch etwas für Mutige und mit diesem Mut stehe die CDU in diesem Land für eine aktive und innovative Medienpolitik und müsse auch die aktuellen Fragen und Gestaltungsaufgaben angehen.

In einem kurzen Impulsvortrag stellte Clemens Bratzler die Frage in den Mittelpunkt, was der Medienstandort Baden-Württemberg aus seiner Sicht und der des SWR benötigt, um erfolgreich zu sein. Er hob hierfür insbesondere die Bedeutung erfolgreicher Filmtheater, Starker Festivals wie das Internationale Trickfilmfestival, welche Strahlkraft auf die ganze Branche haben und erstklassige Ausbildungsstätten wie die Filmakademie, die Hochschule der Medien und auch die Hochschule für Gestaltung hervor. Essentiell seien zudem Produktionsfirmen, welche insbesondere im Bereich der Animation in Baden-Württemberg auf allerhöchstem Niveau zu finden seien.

In der folgenden Podiumsdiskussion lobte Dr. Christoph Palmer die Arbeit des SWR und stellte fest, dass die großen Weichen bereits gestellt sind. Dennoch sei Baden-Württemberg noch keine Konkurrenz für die großen Produktionsstandorte wie Berlin, München oder Köln. Produktion sei stets mit Geld und der Dynamik der Persönlichkeiten verbunden. Bei beidem wäre noch Ausbaupotential. Standorte nähmen Palmer zufolge dann eine gute Entwicklung, wenn die drei Faktoren Technik, Talent und Toleranz gegeben seien. Entscheidend sei also neben der Ausbildung von Talenten viel mehr die Aufgabe, diese in der Region zu halten.

Prof. Ulrich Wegenast lobte den Erfolg der Animationsbranche im Land und das damit einhergehende weitsichtige Vorgehen der Landespolitik. Er mahnte jedoch auch an, dass sich der SWR auf ein breiteres Publikum konzentrieren sollte und berichtet ausführlich von den Plänen des „Hauses für Film und Medien“ welches ein medienpolitisch wichtiges Symbol und Ort für neue Experimente und Kooperationen werden soll.

Prof. Carl Bergengruen berichtete von der Filmförderung der MFG und wie in Zukunft die lokalen Filmproduzenten besser unterstützt werden könnten. So wird bereits bei der Entwicklung der Drehbücher angesetzt, deren Entstehung immer internationaler wird. Auch wird bereits über eine davor ansetzende Förderphase nachgedacht.

In seinem Schlusswort dankte Raimund Haser, MdL, allen Gästen für ihr Kommen und fasste das Diskutierte präzise zusammen und schlug außerdem vor, die Themen Digitales und Medien in Zukunft unter dem Dach eines Ministeriums zu vereinen um Strukturen zu vereinfachen und Kompetenzen zu konzentrieren. Auch müsste noch mehr dafür getan werden, gut ausgebildete Absolventen der Branche im Land zu halten. Dabei waren sich alle Gäste einig.