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27.10.2017

Biotopverbundkonzept – Bewahrung der Schöpfung als Herzensanliegen

Die Bewahrung der Schöpfung ist dem angesehenen Wissenschaftler und Bestsellerautor Prof. Dr. Peter Berthold ein Herzensanliegen. Dazu entwickelte er ein Biotopverbundkonzept über das sich Paul Nemeth MdL und Minister a.D. Ulrich Müller vor Ort am Bodensee informierten.

Der Ornithologe und Verhaltensforscher Berthold leitete von 1991 bis 2005 die Vogelwarte Radolfzell, die eine Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie ist. Die Idee hinter seinem Konzept ist, in einem dicht besiedelten und eng bewirtschafteten Land wie Baden-Württemberg viele kleine Biotopinseln miteinander zu verbinden. Das Netz soll möglichst engmaschig sein, damit sich Tier- und Pflanzenbestände erholen und verschwundene Arten zurückkehren können. „Die vielen kleinen Biotope dienen sozusagen als Sammeltöpfe für die Artenvielfalt“, erläuterte Berthold sein Konzept. Artenschutz solle damit präventiv betrieben werden und nicht nach dem Feuerwehrprinzip, erst löschen, wenn es brennt, so Berthold weiter.

Mit Unterstützung der Heinz Sielmann Stiftung entstand auf Initiative von Prof. Berthold der Biotopverbund Bodensee als Pilotprojekt. Er liegt im Landkreisen Konstanz sowie im Bodenseekreis und umfasst 31 Biotope in 14 Städten und Gemeinden. Dass sich diese Form der Naturschutzarbeit lohnt, zeigen die Erfolge bei der Rückkehr bedrohter Vogelarten und der Etablierung großer Bestände an Amphibienarten in den Biotopen in den vergangenen Jahren. Die Landräte der beiden beteiligten Landkreise werden für ihr Pilotprojekt in diesen Tagen mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Der Biotopverbund Bodensee habe Vorbildcharakter und könnte in ähnlicher Form in ganz Baden-Württemberg verwirklicht werden, warb Berthold für sein Projekt.  „Nichts geht über die Beweiskraft gelungener Projekte“, stellte dazu der frühere Umweltminister Müller fest, der im Kuratorium von Sielmanns Biotopverbund Bodensee sitzt.

Eine Besonderheit des Biotopverbundkonzepts ist, dass es nicht in Konkurrenz zu Land- und Forstwirtschaft steht: Für Biotope kommen als Flächen insbesondere sumpfige Wiesen in Talauen, Bergwiesen an Steilhängen und Trockenhänge mit Magerrasen in Betracht, die für die konventionelle Land- und Forstwirtschaft wenig interessant sind. „Durch die Einrichtung solcher Biotope kann der Flächenverbrauch sogar reduziert werden“, bemerkte Nemeth. Weil die in einen Verbund eingegliederten Biotope biologisch besonders wertvoll seien, könne man sich unter Umständen den Ankauf landwirtschaftlicher Nutzflächen für Ausgleichsmaßnahmen im Rahmen der Ökopunkte-Verordnung sparen, so Nemeth weiter. Daher gebe es bei dem Konzept nur Gewinner und keine Konkurrenten.