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17.07.2017

Arbeit 4.0: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?

Dialogforum der CDU-Landtagsfraktion in Tuttlingen – Spannender Vortrag und Diskussionen über zukünftige Unternehmensstrukturen.

Zu einer angeregten Diskussion zum Thema „Arbeiten 4.0“ hatte die CDU-Landtagsfraktion – federführend der Arbeitskreis Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau um seinen Vorsitzenden Claus Paal MdL – nach Tuttlingen eingeladen. Gastgeber war das Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmen Karl Storz GmbH, das im Bereich Endoskopie weltweit führend ist und von dessen Bereichsleiter Technologie und Forschung, Klaus-Martin Irion, vorgestellt wurde. Die Diskussionsrunde erörterte die Fragen „Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?“ und „Welche Rahmenbedingungen kann die Politik schaffen?“ .

„Wir wollen einen Blick darauf werfen, wie die Arbeitswelt von heute, aber auch von morgen und übermorgen aussieht“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL, in seiner Begrüßung. „Digitale Techniken schaffen völlig neue Möglichkeiten zur Individualisierung des Arbeitsalltags. Für Baden-Württemberg als Innovations-und Technologieland ist es wichtig, frühzeitig die Arbeitswelt 4.0 und all ihre Chancen zu erschließen.“ Als einen Kulturwandel, aber auch als eine enorme Chance sieht der Fraktionsvorsitzende die Digitalisierung, die alte Strukturen in der Arbeitswelt aufbricht und völlig neue schafft. Der Acht-Stunden-Norm-Arbeitsalltag im Takt der Stechuhr wird so nicht mehr funktionieren, ist sich Prof. Dr. Reinhart sicher.

Dies bestätigte auch Prof. Dr. Armin Trost, Professor an der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Furtwangen, in seinem Impulsreferat zum Thema „Führung und Organisation in vernetzten Arbeitswelten“.  Prof. Dr. Trost warnte gegenüber den anwesenden Unternehmern vor allem vor streng hierarchischen Unternehmensstrukturen. Er monierte, dass derartig aufgestellte Unternehmen viel zu langsam seien. Studien hätten ergeben, dass Chefs und Mitarbeiter mehr Zeit damit verbringen würden, die nächste Ebene mit Informationen zu versorgen als mit Kundenarbeit. Viele Informationen gingen dabei verloren. Klar sei, Komplexität könne nicht streng hierarchisch gelöst werden, so Prof. Dr. Trost. „Unsere heutige Generation lebt in Netzwerken statt in Hierarchien.  Das ist wesentlich effizienter“, fügte er hinzu. Was die Personalstruktur anbelange, so sei in Unternehmen auch eine Vielfalt an Persönlichkeiten bedeutend. „Individualität sowie Autonomie der Mitarbeiter müssen wieder stärker in den Fokus rücken“, resümierte Prof. Trost.

Für Claus Paal war klar: „Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse macht unsere Unternehmen agiler und anpassungsfähiger. Gleichzeitig erfordert dies aber auch eine veränderte Führungskultur.“ Während der anschließenden Diskussion, die von Fabian Gramling, dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion moderiert wurde, gab Paal aber auch zu bedenken, dass vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung nicht auf der Strecke bleiben dürften. Denn diese seien es, die den ländlichen Raum in Baden-Württemberg prägten: „Meiner Meinung nach wird es sich in den nächsten Jahren entscheiden, ob Baden-Württemberg zu den Gewinnern oder den Verlierern gehören wird." Aus Sicht der Politik müssten vor allem digitale Gründer weiterhin gefördert werden. Klaus-Martin Irion von der Karl Storz GmbH wies daraufhin, dass Digitalisierung große Vorteile mit sich bringe, aber auch Gefahren berge, vor allem im Bereich Datenschutz. Einig waren sich alle Diskussionsteilnehmer, dass die notwendigen Veränderungen in den Betrieben derzeit insgesamt nur langsam vonstattengingen.