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v.l.: Claudia Martin MdL, Sabine Hartmann-Müller MdL, Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer, Stefan Teufel MdL, Karl Rombach MdL, Florian Sandeck M.Sc., Prof. Dr. Thilo Kromer
06.09.2019

Akademisierung von Gesundheitsfachberufen stärkt das Gesundheitswesen

Im Rahmen seines Sommerprogramms besuchte unser Arbeitskreis "Soziales und Integration" unter Leitung unseres Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Sozialpolitischen Sprechers Stefan Teufel MdL die Hochschule Furtwangen University (HFU).

Zunächst besichtigten die Abgeordneten das „Future Care Lab“ FCL der HFU. Es wurde zur bedarfsgerechten Entwicklung von AAL-Systemen (Technische Assistenzsysteme und technologiegestützte Dienstleistungen für die Pflege) sowie deren erfolgreichem Transfer in die Praxis eingerichtet. Als interdisziplinäre Forschungsplattform ermöglicht es eine umfassende Integration und Evaluation von technischen Assistenzsystemen und Dienstleistungen unter Einbeziehung der Bedürfnisse der Anwender.

Zu den im FCL integrierten Technologien zählen u. a. Smart-Home-Komponenten (Sensoren und Aktoren), aktive Beleuchtungssysteme, touch-, sprach- und gestengesteuerte Systeme, Systeme zur 2D- und 3D-Lokalisierung, tragbare Vitalsensorik und Assistenzrobotik. Daneben bietet das FCL aber auch eine umfassende Auswahl an niederschwelligen Hilfsmitteln und Rehabilitationstechnik. Durch eine vollständige Systemintegration kann eine intelligente Wohnungssteuerung Aktivitäten und Zustände des Bewohners sowie Gefahrensituationen wahrnehmen und situationsgerecht assistierend eingreifen.

Die Abgeordneten zeigten sich davon überzeugt, dass entsprechenden Lösungen angesichts des demografischen Wandels und neuer technischer Möglichkeiten zukünftig wachsende Bedeutung zukommen werde. Dabei geht es nicht darum, persönliche Pflegeleistungen zu ersetzen, sondern Pflegepersonen zu entlasten, die Selbständigkeit der pflegebedürftigen Personen zu stärken und Gefahren vorzubeugen.

Im Anschluss an die Besichtigung des „Future Care Lab“ tauschten sich die Abgeordneten mit Herrn Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer, Herrn Dekan Prof. Dr. Stephan Lambotte, Herrn Prof. Dr. Thilo Kromer und Herrn Florian Sandeck zu den Perspektiven der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe aus.

Zwischen den Gesprächsteilnehmern bestand Einigkeit, dass die (Teil-) Akademisierung verschiedener Gesundheitsfachberufe ein wichtiger Baustein zur Weiterentwicklung und Stärkung des deutschen Gesundheitswesens sei, weil sie evidenzbasiertes Handeln und interprofessionelle Zusammenarbeit fördere. Zudem diene die Akademisierung der Steigerung der Attraktivität der betroffenen Berufsfelder.

Vor diesem Hintergrund äußerten die Vertreter der HFU den konkreten Wunsch, die Kapazitäten in der Physiotherapeutenausbildung zu erhöhen und einen Hebammen-Studiengang zu etablieren. Zudem wiesen sie darauf hin, dass auch die akademische Ausbildung von Notfallsanitätern zunehmend nachgefragt werde. Entsprechende Angebote gebe es aber ausschließlich an privaten Hochschulen in anderen Bundesländern.

Stefan Teufel sagte zu, die Anregungen und Wünsche bei der Weiterentwicklung der akademischen Ausbildungsangebote im Land im Auge zu behalten. Im Übrigen werde man den bereits seit langem gepflegten konstruktiven Dialog mit den Vertretern der HFU auch in Zukunft fortführen.

Die HFU ist eine Hochschule des Landes Baden-Württemberg mit Standort in Furtwangen sowie zwei Außenstellen in Villingen-Schwenningen und Tuttlingen. Am Campus Furtwangen befindet sich unter anderem das „Future Care Lab“. Zudem besteht hier die Möglichkeit, verschiedene Studiengänge mit Gesundheitsbezug zu belegen, zum Beispiel Angewandte Gesundheitswissenschaften sowie Physiotherapie oder auch Angewandte Gesundheitsförderung sowie Interdisziplinäre Gesundheitsförderung.